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Neuenkirchen Melle im Verband Wohneigentum Niedersachsen e.V.


Aktuelles

05.08.2016 00:00 Alter: 1 Jahre

Wärmeschutz im Sommer

Was im Winter erwünscht ist, kann im Sommer zum Problem werden: Ein zu viel an Sonne im Haus überhitzt die Räume und macht eine Kühlung beispielsweise über eine Klimaanlage erforderlich. Die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) berücksichtigt daher nicht nur die Wärmedämmung im Winter, sondern auch den sommerlichen Wärmeschutz.


05.08.2016

Für eine KfW-Förderung ist sommerlicher Wärmeschutz nachzuweisen. Zum Beispiel durch ein normiertes Simulationsverfahren oder durch eine Berechnung mit standardisierten Klimadaten. Das Ergebnis sagt für jedes Zimmer aus, ob und in welchem Umfang zusätzliche Maßnahmen zur Reduzierung des Sonneneintrags ergriffen werden müssen. In der Regel sind davon südlich ausgerichtete Zimmer betroffen. Je größer dort die Fensterfläche ist und je kleiner das Zimmer dahinter, desto wichtiger wird der Sonnenschutz.

Lage des Grundstücks

Eine große Rolle spielt die Ausrichtung des Hauses. Wir wollen viel Licht in der Wohnung, auch aus energetischen Gründen bevorzugen wir die Südausrichtung. Wichtig: Auch natürliche Gegebenheiten können Wärmeschutz während der heißen Jahreszeit bieten: Laubbäume schützen das Haus beispielsweise im Sommer vor Wärme, im Winter lassen sie dagegen die Sonne durch das kahle Geäst herein.

Wärmeschutz einplanen

Im Winter zieht die Sonne eher flach über den Himmel, im Sommer zirkelt sie fast senkrecht übers Haus. Größere Dachüberstände, Vordächer oder Balkone über südlich gelegenen Fenstern können für eine ausreichende Verschattung im Sommer sorgen und zugleich die Wärmestrahlen der tief stehenden Sonne im Winter durchlassen. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt die Verbindung von Sonnenschutz und Sonnennutzung: Kollektoren für Solarthermie oder Fotovoltaik können so angeordnet werden, dass sie die Sonnenstrahlen von Fensterflächen abhalten und zugleich zur Strom- oder Warmwassererzeugung nutzen. Wichtig: Solche Konstruktionen beeinflussen das Erscheinungsbild des Hauses und müssen baukonstruktiv geplant sein.

Rollläden, Markisen und Co.

Einen guten Wärmeschutz bieten außen liegende Sonnenschutzsysteme wie Rollläden, Klappläden oder ausfahrbare Markisen. Sinnvoll ist es, sie bereits beim Hausbau einzuplanen. Bei Rollladenkästen etwa müssen die Rohbauöffnungen und der Fassadenanschluss richtig ausgelegt werden. Außenseitige Markisen sollten ihre Lasten in die tragende Außenwand übertragen können, ebenso wie die Befestigungspunkte für Fensterläden. In beiden Fällen kann möglicherweise nicht ohne zusätzliche Verankerungsmaßnahmen durch ein Wärmedämmverbundsystem hindurch gedübelt werden. Steuerungen mit Sonnen- und Windsensoren sorgen dafür, dass der Sonnenschutz je nach Bedarf automatisch geöffnet oder geschlossen wird.

Rollos oder Vorhänge

Innen an den Fenstern angebrachte Rollos, Jalousien oder Vorhänge schützen ebenfalls vor Sonne – allerdings weniger wirksam als bei außen liegenden Systemen, denn die Wärmestrahlen dringen erst einmal in den Raum ein. Wenn ausschließlich innen liegende Sonnenschutzmaßnahmen möglich sind, sollte zumindest die der Sonne zugewandte Fassade hell oder sogar reflektierend gestaltet sein.

Sonnenschutzverglasung

Die Industrie bietet auch Sonnenschutzverglasungen mit einem geringeren Wärmedurchlassgrad an. Allerdings halten diese Gläser nicht nur einen Teil der Sonnenwärme ab, sie reduzieren parallel auch den Lichteinfall. Diesen Effekt kann man im Sommer begrüßen, im Winter dagegen ist weniger Tageslicht im Raum in der Regel nicht erwünscht. Um sich selbst ein Bild zu machen, ist es empfehlenswert, in einem mit Sonnenschutzverglasung ausgestatteten Zimmer das Lichtempfinden bei geschlossenem und geöffnetem Fenstern zu vergleichen.

Quelle: Bauherrenschutzbund e.V.