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Wenn ein Zug durch Fenster düst Schwachstellen am Haus

14.05.2011 

Wer etwas für mehr Klimaschutz tun und dabei Energiekosten einsparen möchte, kann sein Haus mit Hilfe staatlicher Förderung fit für die Zukunft machen. Doch den Weg zur sanierten Immobilie empfinden viele Hausbesitzer als komplex. Um die ersten Schritte zu erleichtern, gibt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Rahmen ihrer Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ Tipps für Selbsttests, um einen Eindruck über den Zustand des eigenen Hauses zu bekommen. Dieses Mal stehen die Fenster auf dem Prüfstand.

Wenn es im Winter kalt durch die Fensterfugen zieht, wird es ungemütlich. Obwohl die alten Rahmen verschlossen sind, schlüpft zu viel warme Luft nach draußen. Eine Folge: „Über die Fenster gehen rund 15 Prozent Energie verloren. Dabei könnten durch Sanierungen sowohl der Geldbeutel als auch das Klima geschont werden“, betont Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Auch ungedämmte Rohrleitungen seien Schwachstellen am Haus. Hier einige Tipps, wie Hauseigentümer die Dichte ihrer Fenster kinderleicht, aber wirkungsvoll selbst überprüfen können.

Wie viel Scheiben hat das Fenster?

Eins, zwei oder drei? Wie viele Scheiben das Fenster hat, und ob die Zwischenräume mit Edelgasen befüllt noch zusätzlich isolieren – das können Hausbesitzer mit dem Feuerzeugtest schnell überprüfen. „Dann heißt es: Die tanzende Flamme beobachten“, rät Energieberater Andreas Skrypietz von der DBU-Kampagne „Haus sanieren – profitieren“. Wer am Abend das Feuerzeug vor die Scheibe hält, erkennt die Reflexion auf dem Glas: Zwei Doppel-Flammen, also insgesamt vier Spiegelungen, deuten auf eine Zweifachverglasung hin. Ist eine Reflexion nicht orange, sondern rot, hat die Scheibe eine zusätzliche Isolierung. „Bei einer modernen Wärmeschutzverglasung ist im Zwischenraum kein Vakuum, sondern Edelgas wie etwa Argon“, so Skrypietz. Wer glaube, die alte „Thermopanescheibe“ sei noch Stand der Technik, der irre: Moderne Wärmeschutzverglasungen würden im Schnitt drei Mal besser isolieren.

Wie gut hält das Fenster die Wärme?

Wer moderne Fenster hat, kann leicht herausfinden, wie gut die Scheiben isolieren. Auf den Glasabstandshaltern sind Informationen eingestanzt: Wer hat das Fenster wann hergestellt? „Alleine mit diesen Angaben können Eigentümer über das Internet herausfinden, wie gut das Glas ist“, betont Energieberater Andreas Skrypietz. Auf dem schmalen Metallband zwischen den Scheiben steht zudem, um was für ein Fenster es sich handelt. Die ältere Isolierverglasung hat ein Luftvakuum zwischen den Scheiben. Bei der modernen Wärmeschutz-Technik sind die Zwischenräume mit Edelgasen wie z. B. Argon befüllt – sie isolieren besser. Auf dem Glasabstandshalter wird zudem der so genannte U-Wert angegeben. Je kleiner die Zahl, desto geringer der Wärmedurchgang. „Gute Scheiben haben einen U-Wert von 0,5. Zum Vergleich: Alte Einfachverglasungen lagen noch bei fast sechs“, so Skrypietz.

Eine weitere Möglichkeit für mehr Überblick bietet die bundesweite Initiative mit ihrem kostenlosen Energie-Check, den geschulte Handwerker bei Ein- und Zweifamilienhausbesitzern durchführen. Dabei bewerten sie alle Bauteile nach einem Farbschema von rot bis grün und erläutern nächste Schritte.

sanieren-profitieren.de



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