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Essensreste sollten bedeckt werden(Foto:Thinkstock by Getty-Images)

Dünger zum Nulltarif: Der eigene Kompost

24.10.2011 
Organische Abfälle aus Garten und Haushalt sind zu schade für die Mülltonne. Mit einem Kompost wird aus ihnen wertvoller, ökologischer Dünger - quasi zum Nulltarif. Wer seinen Komposthaufen jedoch nicht richtig anlegt, findet statt nährstoffreicher Erde ein gammligen Haufen verfaulter Biomasse vor. Damit Ihnen das nicht passiert sollten Sie die zehn größten Fehler beim Kompostieren vermeiden.

"Verschiedene Materialien von Garten- und Küchenabfällen sind sinnvoll bei einem Kompost. Schwierig wird es, diese gut zu durchmischen", sagt Gerhard Renker vom Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn. Frischer Rasenschnitt beispielsweise enthält viel Wasser und verdichtet sich in Schichten über zehn Zentimetern Höhe. Mangels Sauerstoff in diesen Bereichen kann das Gemisch faulen.

Material vor der Kompostierung zerkleinern

"Gute Kompostierung muss durchdacht werden, alles andere ist eher Zufall", sagt Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde in Berlin. Sein Tipp: "Je kleiner das Material, desto schneller verrottet es. Laub daher mit dem Rasenmäher zerkleinern, kleine Äste oder grobe Kohlstrünke durch den Häcksler jagen."

Renker empfiehlt, neben dem Kompost kleine Häufchen verschiedener Materialien anzusammeln, um diese mit dem Rasenschnitt mischen zu können. Diese Mischung sei dann locker genug, um bei der Zersetzung wichtigen Pilzen, Regenwürmern und Bakterien nicht nur Nahrung, sondern auch ausreichend Sauerstoff zu bieten.

Kompost aus Haus- und Gartenabfällen

Die Grundlage für einen eigenen Kompost bilden in der Regel die kompostierbaren Abfälle aus Haus und Garten. Renker empfiehlt, nur unbehandelte Rohprodukte aus der Küche zu verwenden wie Salat und Kartoffelschalen. Von Schalen von Zitrusfrüchten oder Bananen rät er ab. Diese seien meist behandelt worden und würden außerdem schwer verrotten, weil die heimische Bodenfauna darauf nicht eingestellt ist. "Auf keinen Fall gehören Unkräuter mit Samenständen auf den Kompost. Man verteilt diese sonst später im ganzen Garten", warnt Wagner.

Das Gleichgewicht muss stimmen

"Man muss sich mit den Bestandteilen vertraut machen, die für die Kompostierung verwendet werden, um so ein Gleichgewicht zwischen stickstoffreichen und kohlenstoffreichen Kompostmaterialien herstellen zu können", sagt die Buchautorin Anne-Marie Nageleisen aus dem französischen Fontaine-Daniel. Krankes Material sowie Stoffe, die den Gärprozess blockieren, sollten aussortiert und entsorgt werden.

Kompost für den Balkon

"Mithilfe eines Wurmkompostierers lässt sich dies gut umsetzen, selbst wenn man in einer Wohnung lebt", sagt die Gartenexpertin. Allerdings benötigt man dafür einen Balkon und im Idealfall drei Kompostbehälter. Nageleisen erklärt: "Für die Kompostierung mit Würmern bringt man am Boden eines Behältnisses, das man auch auf einen Balkon stellen kann, zunächst feuchte Pflanzenerde, Reisig, Laub und unbedruckte Pappkartonschnipsel mit einer kleinen Kolonie Regenwürmer aus."

Dann wird ein Komposthaufen im ersten Behälter gesammelt. Wenn dieser eine entsprechende Höhe hat, wird der zweite Behälter benutzt - in dieser Zeit verrottet der erste Haufen. "Nach ein paar Monaten wird dieser junge Kompost in den dritten Behälter gesiebt. Seine größten Bestandteile, die noch weiter zersetzt werden müssen, werden dem zweiten Haufen beigegeben und untergemischt, erläutert Nageleisen. In dem ersten Behälter wird nun erneut mit der Sammlung begonnen, der zweite Haufen darf verrotten und der Inhalt des dritten Behälters kann zur Düngung verwendet werden.

Kompostbeschleuniger nicht unbedingt notwendig

Man kann solche Behältnisse kaufen oder selbst aus Drahtkörben oder Brettern bauen. Bei Brettern empfiehlt sich ein Stecksystem mit Luftschlitzen, das mitwachsen kann. Baumärkte umwerben den Gartenfreund nicht nur mit Luxus-Kompostiergeräten, sondern auch mit Kompostbeschleunigern. "Der darin enthaltene Kalk gilt als 'Bodenkleber', der die Erde krümelig werden lässt", sagt Renker.

Das ist Wagner zufolge allerdings unnötig. Im durchschnittlichen Garten reiche es, wenn ab und zu eine Handvoll Sand gegen Fäulnis oder Algenkalk gegen Trockenheit dazugegeben wird. Der Standort sollte schattig sein.

Nicht zu nass, nicht zu warm

"Kompost verträgt keine direkte Sonneneinstrahlung", sagt Renker. Er dürfe weder austrocknen noch unter Wasser stehen. "Idealerweise kommt auf zwei Drittel Nassmüll ein Drittel trockener Gartenabfall", rät Wagner. Deshalb sollte der Inhalt auch ab und an umgesetzt werden.

"Allerdings nicht im Winter, denn in den kalten Monaten verkriechen sich viele Tiere wie der Igel oder Larven von nützlichen Insekten in den wohlig-warmen Haufen. Von Ende Oktober bis Anfang März ist daher Schonzeit angesagt."

Kein Rattenproblem zu befürchten

Vielen sind Komposthaufen, besonders wenn sie nicht im eigenen Garten stehen, ein Dorn im Auge. Sie gelten als Zufluchtsort für Ratten. Dem widerspricht Zenker. Ratten hätten kein Interesse an einem gut angelegten Kompost. "Sie kommen nur, wenn man Fleischreste untermischt - und die haben dort nichts zu suchen." Wenn ein Kompost gut durchlüftet und gepflegt werde, sei er "keine Gammelanlage". Experte Wagner hat noch ein Argument: "Warum sollten Ratten auf die Obst- und Gemüsereste auf einem Kompost scharf sein, wenn der ganze Garten mit frischen Früchten und Gemüsen lockt? Dort gehen Ratten ja auch nicht ran."

Quelle: zuhause.de, dpa-tmn



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