Nachrichten

Nachrichten

Mehr Verbraucherschutz durch Änderung der Trinkwasserverordnung

02.09.2012 
Ab Dezember 2013 neue Blei-Höchstwerte - Trinkwasserleitungen überprüfen lassen

Da Blei gesundheitsschädlich ist, wird es seit 1973 nicht mehr für Trinkwasserleitungen verwendet. Doch in vielen alten Häusern finden sich immer noch Bleirohre. Das könnte sich bald ändern, denn ab 1. Dezember 2013 gelten neue Grenzwerte für Blei in Trinkwasser.

Bereits im November 2011 trat die veränderte Trinkwasserverordnung in Kraft, die verschärften Grenzwerte für Blei gelten aber erst ab Dezember 2013. Dann liegt der neue Blei-Grenzwert bei 10 Mikrogramm pro Liter Trinkwasser. Derzeit sind es 40 Mikrogramm pro Liter. Grund für die Übergangsfrist bis 2013 ist, Hauseigentümern den aufwändigen Austausch der noch vorhandenen Rohre zu erleichtern.

Außerdem müssen ab Dezember 2013 Anlagenbetreiber die Verbraucher darüber informieren, wenn Bleirohre in der Trinkwasserverteilung verbaut sind. Dies können Hausanschlussleitungen des Wasserversorgungsunternehmens sein wie auch Trinkwasser-Installationen in Gebäuden, die insbesondere bei Altbauten Teile aus Blei enthalten können.

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Daher wird es auch besonders gründlich überprüft. © PIXELIO/Gitti Moser

Alle Häuser betroffen?

Seit 1973 werden Bleirohre nicht mehr im Hausbau verwendet. Bei Häusern, die nach dieser Zeit entstanden sind, besteht also kein Handlungsbedarf. Allerdings sind auch nicht alle Häuser, die vor 1973 erbaut wurden, gefährdet. Insbesondere in Süddeutschland werden Bleirohre schon sehr viel länger nicht mehr verbaut.

Wer sich nicht sicher ist, welche Rohre in seinem Haus verwendet wurden, kann dies auf verschiedene Arten überprüfen. Am einfachsten ist es, die sichtbaren Leitungen im Keller selbst in Augenschein zu nehmen. Bleirohre sind silbergrau und weicher als Rohre aus Kupfer oder Stahl. Im Zweifelsfall sollte man einen Sanitärfachbetrieb befragen. Auf Nummer sicher gehen Verbraucher, wenn sie ihr Wasser im Labor auf Blei untersuchen lassen.

Gefährliches Blei

Bei Häusern, in denen es noch Wasserrohre aus Blei gibt, finden sich häufig erhöhte Bleigehalte im Trinkwasser und vor allem im Stagnationswasser, das etwa über Nacht in den Leitungen stand. Das kontinuierliche Zuführen von Blei – selbst in geringsten Mengen – ist vor allem für Kinder gesundheitsschädlich. Das Umweltbundesamt wies bereits im Bundesgesundheitsblatt 2003 darauf hin, dass Blei im Blut das Nervensystem von Säuglingen und Kindern, ja sogar von Ungeborenen im Mutterleib belaste. Durch das Blei werde die Intelligenz-, Aufmerksamkeits- und Reaktionsleistung von Kindern beeinträchtigt, außerdem könne es eine Verschiebung der Hörschwelle zur Folge haben.

Vorsichtmaßnahmen

Grundsätzlich sollten Verbraucher Stagnationswasser nicht zum Trinken oder für die Essenszubereitung verwenden – selbst, wenn die Leistungen nicht aus Blei sind. Auch Bakterien lieben abgestandenes Wasser.

Trinkwasserverordnung

Mehr Informationen zur Änderung der Trinkwasserverordnung finden Sie auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums, www.bundesgesundheitsministerium.de.



Zurück