Nachrichten

Nachrichten

Die EnEV 2014 kommt

29.04.2014 
Das müssen Hauseigentümer wissen.

Die Änderung der Energieeinsparverordnung (EnEV), genannt „EnEV 2014“, tritt am
1. Mai in Kraft. Damit kommt die Bundesregierung ihrem Ziel näher, private Bauherren ab 2021 für Neubauten im Niedrigstenergie-Gebäudestandard zu verpflichten und bis zum Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand
zu erreichen. „Dies hat Folgen für jetzige und zukünftige Wohneigentümer“,
warnt Geschäftsführer Tibor Herczeg. Denn die gestiegenen Anforderungen können erhebliche Mehrkosten mit sich bringen.
Dies sind die wichtigsten Änderungen, die „EnEV 2014“ mit sich bringt: Ab 1.1.2016 gelten strengere energetische Anforderungen für Neubauten. Der zulässige Jahres-Primärenergiebedarf - dies entspricht im Wesentlichen der Energiemenge zur Erwärmung von Heizung und Trinkwasser, einschließlich
Aufwand für die Anlagentechnik - soll ab diesem Zeitpunkt um durchschnittlich 25
Prozent sinken.
Gleichzeitig wird der Dämmstandard der Gebäudehülle, der zulässige Wärmedurchgangskoeffizient, um durchschnittlich 20 Prozent verschärft.
Laut EnEV 2014 wird es im Bestand keine zusätzlichen Auflagen bei Modernisierungen geben. Nach Einschätzung der Experten bergen sie ein zu geringes Einsparpotential. Daher gilt hier weiter die EnEV 2009, mit Sanierungsvorgaben wie z.B. die Dämmung der Keller- und obersten Geschossdecke.
Dagegen wurden die Regelungen der EnEV 2009 zu Nachtspeicherheizungen wieder ausser Kraft gesetzt. Ursprünglich sollten diese ab dem Jahr 2020 verboten werden. Verschärft wird allerdings das bestehende Betriebsverbot für alte Heizungsanlagen, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden (Konstanttemperaturheizkessel). Mussten bisher Kessel ausgetauscht werden,die vor 1978 installiert wurden, gilt dies fortan für alle Heizkessel vor 1985 bzw. für Anlagen, die älter sind als 30 Jahre. Nur Brennwertkessel und Niedertemperaturheizkessel mit besonders hohem Wirkungsgrad bleiben von der Regelung ausgenommen.
Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die ihre Immobilie am 1. Februar 2002 noch selbst bewohnten, können sich dagegen freuen. Sie genießen Bestandsschutz und brauchen alte Heizungen nicht auszutauschen. Wird das Haus oder die Wohnung allerdings verkauft, muss der neue Eigentümer der Austauschpflicht innerhalb von zwei Jahren nachkommen.
Generell sind Eigentümer verpflichtet, die energetischen Werte ihrer Immobilie ab 1. Mai 2014 offen zu legen, wenn sie verkaufen oder vermieten wollen. Schon die Beschreibung des Objektes muss die aktuellen Verbrauchswerte enthalten. Bei der Besichtigung müssen dem Miet- oder Kaufinteressenten der Energieausweis oder eine Kopie davon vorgelegt werden. Kommt es zum Vertragsabschluss gehört er zu den Unterlagen, die der Eigentümer bzw. Vermieter übergeben muss. Ab Mai 2014 kommen neue Energieeffizienzklassen im Ausweis dazu. Das Spektrum reicht dann von A+ bis H.
„Die Neuerungen bergen Risiken, die Hauseigentümer zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht überblicken können“, warnt Geschäftsführer Herczeg. So würden neue Materialen entwickelt, die zwar die Auflagen erfüllen, deren langfristige Folgen im System aber noch nicht ausreichend getestet wurden (Stichwort: „Schimmel“).

Tipp: Gemeinsam investieren.
Bei Investitionen für neue Heizungsanlagen, die sich möglicherweise erst nach Jahren amortisieren, rät Herczeg interessierten Eigentümern, nicht davor zurück zu schrecken, Energie womöglich gemeinsam zu erzeugen. Hierbei hilft die Bau- und Energieberatung des Landesverbandes. „Unsere Architekten kennen sich bestens aus mit Bau- und Energieprojekten“, sagt Herczeg. Sie könnten anfangs schwierige Projekte in einfache persönliche Lösungen übersetzen. „Menschen, die neue Wege gehen wollen und die Sache anpacken, laufen hier beim Verband Wohneigentum Niedersachsen offene Türen ein“.


Siehe auch => ZUHAUSE.DE 



Zurück