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Baufinanzierung - Damit der Traum vom Eigenheim nicht zum Albtraum wird

25.01.2015 
Die eigenen vier Wände - der größte Wunsch vieler Deutschen. Aber wie diesen Traum realisieren? Finanzökonom Helmut Weigt erläutert grundsätzliche Regeln beim Hauskauf.

An die Zukunft denken

Die Immobilienpreise haben seit der Finanzmarktkrise zumindest in den nachfragestarken Ballungsgebieten dramatisch angezogen. Im Gegenzug sind die Darlehenszinsen auf einem historischen Tiefpunkt. Daher ist es rechnerisch trotz zum Teil überhöhter Preise durchaus möglich, eine eigene Immobilie mit bezahlbaren Darlehensraten zu finanzieren - auch bei geringem oder sogar ganz ohne Eigenkapital.

Helmut Weigt

Helmut Weigt,
Vorsitzender
Verband Wohneigentum
Rheinland-Pfalz © Privat

Doch Vorsicht: Selbst wenn die Finanzierung zunächst problemlos möglich erscheint, können im Laufe der Jahre erhebliche Risiken auftreten, die den Traum vom Eigenheim schnell zum Albtraum werden lassen. Zum Beispiel können die heute so niedrigen Zinsen nach Ablauf der zu Beginn vereinbarten Zinsbindung so stark gestiegen sein, dass die Darlehensrate nicht mehr bezahlbar ist. Niemand kann in die Zukunft schauen, aber die möglichen Risiken müssen schon bei der Planung einer Eigenheimfinanzierung unbedingt bedacht werden. Daher lautet der erste wichtige Tipp: Jedes Eigenheimvorhaben muss detailliert und individuell geplant werden.

Gefühle ausschalten

Der Traum vom eigenen Heim lässt die meisten von uns nicht mehr klar denken. Stattdessen verführt die Begeisterung dazu, den Verstand auszuschalten. Und genau hierin liegt eines der größten Risiken: Entscheidungen werden nicht mehr rational, sondern emotional getroffen - und damit oft viel zu schnell und viel zu wenig hinterfragt. Wer seine Emotionen nicht beherrscht, ist ein leichtes Opfer für Verkäufer und wird kaum in der Lage sein, einen Kaufpreis oder ein Finanzierungsangebot optimal zu verhandeln. Lassen Sie sich deshalb niemals von einem Verkäufer - mit welchen Argumenten auch immer - unter Druck setzen, weder von einem Immobilienverkäufer, noch von einem Finanzierungsinstitut oder -vermittler! Auch wenn das erste angebotene Traumhaus an einen anderen Interessenten verkauft wird, gibt es immer und oft sogar bessere Alternativen.

Der zweite wichtige Tipp lautet: Schließen Sie niemals einen Immobilienvertrag ab, bevor die Finanzierung gesichert, also verbindlich zugesagt ist. Ansonsten könnten die Folgen teuer werden. Haben Sie beispielsweise den notariellen Kaufvertrag bereits vor der Finanzierungszusage beurkundet und stellen dann fest, dass kein Institut Ihr Vorhaben finanzieren möchte, kommen gegebenenfalls erhebliche Rückabwicklungskosten auf Sie zu.



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