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Erbrecht (Patchworkfamilie)

26.04.2016 
Damit der neue Partner beim Erbe nicht leer ausgeht

Patchworkfamilien sind heute längst Alltag, aber das Erbrecht birgt für sie oft ungeahnte Tücken. Weil es sich noch auf die klassische Familie bezieht. Deshalb ist es wichtig, rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen, damit der neue Partner beim Erbe nicht leer ausgeht.

Wenn in einer Patchworkfamilie ein Partner stirbt, erben nur seine leiblichen Kinder und eventuell ein früherer Ehegatte, sofern es keine Scheidung gab. Der neue Partner und dessen Kinder haben keinen Anspruch auf das Erbe. Darauf weist die Schleswig-Holsteinische Notarkammer hin.

Daher ist es wichtig, das Erbe an die neue Patchworkfamilie anzupassen. Alte Dokumente müssen dafür widerrufen werden: Nach einer Scheidung werde häufig vergessen, die Testamente und Erbverträge entsprechend zu ändern, wissen die Experten der Notarkammer.

Vorerbe und Nacherbe definieren

Den neuen Partner - und gleichzeitig die eigenen Kinder - kann man zum Beispiel mit einer Vor- und Nacherbschaft absichern. Im Todesfall wird der Partner so der Vorerbe und erbt ein Sondervermögen. Dieses bleibt getrennt von dessen eigenem Vermögen. Denn stirbt der zweite Partner, geht das Sondervermögen an die leiblichen Kinder des Erstverstorbenen. Sie sind die sogenannten Nacherben.

Erbvertrag als Alternative zum Testament

Eine Alternative ist, den neuen, nichtehelichen Partner mit einer Schenkung zu bedenken. Oder das Paar trifft Regelungen in einem Erbvertrag. Dieser kann normalerweise nur geändert werden, wenn beide Partner zustimmen - und nach dem Tod eines Partners gar nicht mehr. Ausnahme: Man hat sich das Recht zur einseitigen Änderung vorbehalten. In einen Erbvertrag lassen sich auch die leiblichen und die Kinder des Partners einbinden, wenn diese volljährig sind.

(Quelle: dpa)



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